Urlaubsfotografie

Urlaubsfotos sollen Freude bereiten, sowohl den Urlaubsfotografen als auch den Daheimgebliebenen. Damit Sie Ihre Urlaubsfotos immer wieder gerne anschauen, vorzeigen oder auch als originelles Fotogeschenk verschenken können, gibt es einige Tipps und Grundregeln zu beachten. Von der Motivauswahl, den richtigen Lichtverhältnissen, Kameraeinstellungen bis zu den verschiedenen Perspektiven – vielfältige Möglichkeiten machen aus einem Motiv völlig unterschiedliche Ansichten.




© Uwe Steinbrich / PIXELIO

Motive finden



Viele Objekte und Landschaften erkennt man schnell als geeignetes Fotomotiv, doch häufig werden besonders interessante Motive übersehen. Schulen Sie Ihren Blick für das Ungewöhnliche und halten Sie Ihre Kamera immer bereit. Eine kleine Blüte am staubigen Straßenrand oder alte Gebäude neben modernen Bauten lassen spannende Kontraste entstehen. Werfen Sie ruhig einen Blick in Seitengassen, hinter Fassaden und in Hofeinfahrten. Es lohnt sich, mal etwas genauer hinzuschauen.



© Gabriele Planthaber / PIXELIO

Landschaften



Atemberaubende Landschaften und exotische Tiere laden im Urlaub zu wahren Fotoexpeditionen ein. Für gelungene Aufnahmen beachten Sie einfach folgende Kriterien: Achten Sie auf die Lichtstimmung Ihres Motivs und besuchen Sie die Orte zu unterschiedlichen Tageszeiten. Gefällt Ihnen der Strand besser im warmen Rot des Sonnenuntergangs oder bei strahlend blauem Himmel? Nehmen Sie ungewöhnliche Positionen ein: Gehen Sie in die Knie, legen Sie sich flach auf den Boden oder suchen Sie Erhöhungen. Unterschiedliche Perspektiven lassen ein Motiv oftmals in einem völlig anderen Licht erscheinen. Spielen Sie mit Schärfe und Unschärfe. Fokussieren Sie z.B. den Mittelpunkt des Bildes und lassen Sie den Hintergrund unscharf verschwimmen. Mit der Schärfentiefe lässt sich der Eindruck von Tiefe erzeugen. Beziehen Sie Objekte in Ihre Landschaftsfotos mit ein, sie lassen das Bild interessanter wirken. Ein Strandfoto wirkt lebendiger, wenn z.B. ein Strandkorb im Vordergrund – leicht angeschnitten – zu sehen ist.




© Gabriele Planthaber / PIXELIO

Architektur



Große Gebäude und weitläufige Plätze lassen sich oftmals nur mit einem guten Weitwinkelobjektiv als Ganzes erfassen, doch nicht alle Kameras verfügen über diese Technik. Wichtig bei der Architekturfotografie ist deshalb der richtige Standpunkt. Je größer der Abstand vom Objekt ist, desto besser bekommt man es vollständig auf das Bild. Hilfreich ist es dabei, sich Erhöhungen zu suchen. Um stürzende Linien in der Architekturfotografie zu vermeiden, sollte die Kamera nicht einfach nach oben geschwenkt werden. Bei einem zu geringen Abstand zum gewünschten Objekt oder einer Kamera ohne Weitwinkelobjektiv lassen sich auch mit Detailaufnahmen interessante Aufnahmen erzielen. Achten Sie auch besonders auf die Licht- und Schattenverhältnisse: Am günstigsten wirken sich seitliches Sonnenlicht und dem daraus resultierenden Licht- und Schattenspiel auf die plastische Wirkung Ihres Wunschmotivs aus.


 

Personen



Fotos mit lieblos in die Landschaft gestellten Personen wirken langweilig und steif. Schöner sind Schnappschüsse mit aktiven Menschen, die den Eindruck von „als wäre man direkt dabei“ erwecken. Aber auch gut gemachte Personenporträts sind beliebte Urlaubsmitbringsel. Achten Sie bei Porträtaufnahmen auf ruhige Hintergründe, die nicht von der zu fotografierenden Person ablenken. Wählen Sie einen dichten Abstand, in dem man die Gesichtszüge gut erkennen kann. Die Sonneneinstrahlung sollte bei Porträtaufnahmen von der Seite oder von hinten kommen, damit ein Blinzeln der Person vermieden wird. Bei Gegenlicht fotografieren Sie am Besten mit Blitz. Mehr Dynamik in Ihre Fotos bringen Personen, die sich bewegen, wie z.B. spielende Kinder, Läufer, oder Fahrradfahrer. Um die Bewegungen optimal einzufangen helfen kleine Tricks wie das Mitziehen der Kamera. Lösen Sie hierfür während des Schwenkens mit einer längeren Belichtungszeit aus. So entsteht der Effekt, dass der Hintergrund in Bewegungsrichtung verschwimmt und die bewegten Bildteile scharf bleiben.


 

Weniger ist mehr



Der Versuch, möglichst viele Einzelheiten auf ein Bild zu bringen lässt viele Bilder unruhig und unstrukturiert erscheinen und lenkt vom eigentlichen Motiv ab. Auch beim Fotografieren gilt, wie in vielen anderen Bereichen auch, die Devise: Weniger ist mehr. Vermeiden Sie deshalb überladene Fotos. Beschränken Sie sich lieber auf ausgesuchte Bildausschnitte und Detailansichten. Wählen Sie von großen Objekten aussagekräftige Nahaufnahmen, diese sind häufig wirkungsvoller als Komplettansichten.



© Peter Kirchhoff / PIXELIO

 

10 Tipps und Tricks auf einen Blick:

  • Fotografieren Sie bei Gegenlicht (Sonne) unbedingt mit Blitz.
  • Fotografieren Sie nicht im Schatten, achten Sie auf eine gute Ausleuchtung.
  • Suchen Sie sich ungewöhnliche Positionen und Perspektiven (z.B. in die Hocke gehen, flach hinlegen, Erhöhungen).
  • Vermeiden Sie bei Personen- und Gruppenfotos „abgeschnittene“ Köpfe.
  • Nicht verwackeln: Halten Sie die Kamera ruhig. Verwenden Sie bei Bedarf ein Stativ oder stellen Sie die Kamera auf einen festen Untergrund.
  • Vermeiden Sie überladene Bilder, wählen Sie lieber Detailausschnitte.
  • Suchen Sie den gleichen Ort zu verschiedene Tageszeiten auf um die unterschiedlichen Lichtstimmungen einzufangen.
  • Schulen Sie Ihren Blick für ungewöhnliche Motive. Was auf den ersten Blick belanglos erscheint, kann einen interessanten Eindruck entstehen lassen.
  • Vorsicht bei der Strandfotografie: Der feine Sand und die Sonnenhitze können der Kamera schaden.
  • Halten Sie sich an Fotografieverbote: Nicht alles darf fotografiert werden. Fragen Sie fremde Menschen um Erlaubnis, wenn Sie diese als Hauptmotiv ablichten möchten.

     

Redaktion: © Daniela Wochnik

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